Bilder

Keramik

Atelier/Galerie

Aktuell

Links

Kontakt

Das GefäSS Irgend etwas hat mich aus der schützenden Erde in der ich meinen Dorn-röschenschlaf hielt, ans Tageslicht gebracht. Wie da mit mir umgegangen wird! Zerstampft, geschlagen, getreten, zerbröselt. Schließlich und endlich wieder in einen annehmbaren Zustand gebracht liege ich erwartungsvoll am Tisch der Künstlerin. Sie schneidet mich in Stücke. Wieder beginnt das Martyrium der Gewalten. Dann werde ich auf etwas sich sehr schnell Drehendes gedrückt. Es zieht mich unwiderstehlich nach außen, ins Nichts. Da passiert es: zwei Hände umfassen mich, stark und doch sanft, in mir ist alles in Aufruhr, gleichzeitig spüre ich, wie eine große Ruhe in mir einkehrt. So könnte es immer bleiben. Da bricht etwas in mir auf - ist es Schmerz, ist es Freude? Plötzlich entsteht Raum in mir, für etwas Leichtes, Zartes. Luft - Atem. Die Töpferin ganz in Harmonie mit der Zentrifugalkraft, gestaltet mich, sie formt mir mit Hilfe von Wasser  einen Leib.

Start Impressum
 

 

 

Später, wenn ich mich etwas erholt habe und greifbar bin nimmt sie Überflüssiges weg. Nun habe ich Zeit, meinen neu geborenen Zustand zu erspüren. Fühle eine zunehmende Festigkeit in mir. Bin aber sehr zerbrechlich und gefährdet. In mir entsteht Angst und eine unstillbare Sehnsucht nach Erfüllung, nach Ewigkeit. Die Töpferin nimmt mich eines Tages und setzt mich in einen Ofen, viele Andere sind auch dort. Wunderschön verzierte, prachtvoll dekorierte, aber auch schlichte Gefäße, alle aus dem gleichen Stoff geschaffen. Es wird warm, es wird wärmer, heiß, sehr heiß. Hier und dort höre ich Stöhnen und Jammern, manche zerplatzen, explodieren. Es ist schauderhaft. Kurz ergreift auch mich Entsetzen und Hoffnungslosigkeit. Aber sobald ich an meine Töpferin denke, an ihre sichere Hand, kann ich Hoffnung schöpfen, dass alles gut gehen wird. Nun gebe ich mich ganz dem Feuer hin, es verwandelt mich, ich erlebe bewusst ein Hineingleiten in einen anderen Zustand. Februar 2008